Jan 182013
 

Jetzt ist es wieder so weit: Nach einem bewegtem Wahlk[r]ampf werden die Stimmen der Stupa-Wahl wieder in der „Schweinemensa“ (Die Mensa im Haus des Studierendenwerks gegenüber vom WiWi-Bunker) ausgezählt. Alle Studis können gerne mitmachen, damit es schneller geht – als kleines Dankeschön gibt es für alle Helfenden auch gratis Getränke (auch Bier! ;) ) und Essen.

Außerdem werden vorort die ersten Zwischenergebnisse per Beamer visuell dargestellt – Urne für Urne. Ich finde es immer ganz interessant zu sehen, wie die Fachbereiche so wählen.

Kommt vorbei und helft mit, damit es nicht bis all zu spät in die Nacht dauert! Ab 19:30 Uhr in der Schweinemensa!

Wir werden natürlich die Ergebnisse hier veröffentlichen und kommentieren – ein Flyer ist auch angedacht, wenn das StuPa-Präsidium das nicht übernimmt.

Nov 302011
 

Unsere Position zur Gender Thematik

Genau wie die Piratenpartei selbst haben wir in unserer Gruppe eine Genderdebatte geführt. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wir versuchen wollen unsere Sprache und unseren Namen so zu gestalten, dass alle Menschen – unabhänig von ihrem „Geschlecht“ – einbezogen sind.

Die Piratenpartei Deutschland beschreibt sich offiziell als „Post-Gender“. Ihre Mitglieder werden laut Satzung „geschlechtsneutral“ als Piraten bezeichnet. Wir können nicht erkennen, weshalb der Begriff „Pirat“ geschlechsneutral sein soll. Rein historisch betrachtet waren Piraten überwiegend Männer und auch der Begriff „Pirat“ ist von seiner Wortbedeutung und in seinem griechischen und lateinischen Ursprung männlich konnotiert. Auch grammatikalisch betrachtet heißt es der Pirat (Plural: die Piraten) und die Piratin (Plural: die Piratinnen). Es existiert also in der Sprache eine geschlechtliche Trennung zwischen Piraten und Piratinnen.

Zu behaupten, man sei bereits „Post-Gender“ in einer Gesellschaft, in der ein heteronormatives Weltbild durch die meisten Institutionen, Organe und auch Menschen kontinuierlich reproduziert wird, ist hochproblematisch. Die gesellschaftliche Realität wird dadurch in keinster Weise erfasst, da Machtstrukturen die Geschlechterungleichheit und die zwanghafte Zuordnung zu einem bipolaren biologischen und sozialen Geschlecht weiterhin hervorbringen und fordern. Gerade die Universität sehen wir als gesellschaftlich-emanzipatorischen Raum, in dem hegemoniale Strukturen weiter diskutiert und aufgebrochen werden sollen.

Theoretisch ist der Ansatz (Post-Gender) begrüßenswert, in vielerlei Hinsicht ist es erstrebenswert in einer Gesellschaft zu leben, in der Geschlechterkategorien und Geschlechterrollen ihre Bedeutung verlieren und alle Menschen gleichberechtigt miteinander leben können und Minderheiten nicht systematisch ausgeschlossen werden, sei es durch Sprache oder Kategorisierungen.

Jedoch ist die Behauptung, „Post-Gender“ zu sein, ohne die Inkorporierung des dekonstruktivistischen Ansatzes ausreichend vorgenommen zu haben, nichts weiter als eine schöne Formulierung, eine Sprechblase, um Diskussionen und Auseinandersetzungen mit dieser Thematik aus dem Weg zu gehen. Die Reaktionen auf viele Versuche, die Diskussion in der Partei erneut anzustoßen, sprechen leider nicht dafür, dass der Ansatz verstanden worden ist.

Die Aussage, die Partei sei „Post-Gender“ und Geschlechterproblematiken spielen bei der Piratenpartei keine Rolle, widerspricht unserer Auffassung nach den durchaus sehr progressiven Position im Grundsatzprogramm. In diesem wird unter anderem die Abschaffung des Geschlechtseintrags im Personalausweis gefordert.

Unser Vorschlag

„Post-Gender“ zu sein, sollte als Ziel und nicht als Gegebenheit formuliert werden, wenn die Mehrheit der Partei sich dafür ausspricht, progressiv zu sein und keine Menschen auszuschließen möchte.

Ein weiterer wichtiger Aspekt, der hier genannt werden muss, ist unsere Sprache. Grammatikalisch existiert kein Plural jenseits von Geschlechtergrenzen, der uns alle unter einem Wort eint. Entgegen der Linie der Bundespartei gendern wir daher Namen und Bezeichnungen, da Sprache ein bedeutender Aspekt in der Reproduktion und Konstituierung gesellschaftlicher Entitäten ist. Wenn wir nicht gendern, schaden wir unserem Ziel, eine gleichberechtigte Gesellschaft zu realisieren. Denn nichts ist fundamentaler für eine Gesellschaft, als eine Sprache, mit der sich alle verständigen können. Durch das Gendern möchten wir erreichen, dass ein Bewusstsein dafür geschaffen wird, kein Geschlecht und keinen Menschen auszuschließen.

Aus diesen Gründen haben wir im Konsens entschieden, uns als pirat*inn*en zu bezeichnen. Für unsere Schreibweise hatten wir verschiedene Vorschläge, von denen dieser die Befürwortung der Gruppe fand. (faq: Was bedeuten die Sternchen im Namen?)

 

andere Arbeitsgruppen/Projekte von Netzaktivist*inn*en/Pirat*inn*en :

http://netzfeminismus.org/

http://kegelklub.net/

http://wiki.piratenpartei.de/Piratinnen

https://wiki.piratenpartei.de/AG_Queeraten