Apr 122012
 

Das Studierendenparlament hat auf ihrer letzten Sitzung einen Aufruf zum dies academicus beschlossen, den wir mit unterstützen (Teil des Textes aus dem Beschluss):

dies academicus
„Wie wollen wir in Hamburg studieren?“
am 17. April 2012, ab 9 Uhr im Hauptgebäude der Universität.

(Danach ab ca. 11 Uhr verschiedene Workshops – nähere Informationen hier (pdf)!)

„Im „Kampf um die Zukunft“ sind die Ansprüche an Studium, Bildung und Wissenschaft gemeinsam ambitioniert gefaßt: Die Universität Hamburg will zu einer zivilen, ökologisch nachhaltigen, sozial verantwortlichen und demokratischen Entwicklung der Gesellschaft beitragen. Deshalb will sie nicht nur Bestehendes reproduzieren, sondern Perspektiven zum Eingreifen in die gesellschaftliche Entwicklung eröffnen.
Im Widerspruch zu diesem Maßstab werden durch die Studienreform infolge der Bologna-Vereinbarung die Mitglieder der Hochschulen dazu gedrängt, sich ausschließlich so zu qualifizieren, dass sie die angenommenen Verwertungsanforderungen der Arbeitgeber erfüllen. Dafür sollen alle kritischen Ansprüche an die Erkenntnis gesellschaftlicher Zusammenhänge, solidarischer Veränderung von Wissenschaft und Gesellschaft sowie persönlicher Entwicklung ausgeklammert werden,

– indem Lehrende und Studierende angehalten werden, sich hierarchisch statt als gemeinsam Forschende und Lernende zu begreifen,
– indem Studierende gedrängt werden, für vermeintliche individuelle Vorteile eilig durchs Studium zu hetzen, statt gesellschaftliche Entwicklungserfordernisse und -möglichkeiten zu durchdringen, und
– indem die Studierenden in Konkurrenz gesetzt werden, um die vermeintlich knappe Ressource Bildung.

Die Bildung wird so auch immer formaler und unwissenschaftlicher. Wir müssen daher einer ausgeprägten Entfremdung begegnen: Die Mitmenschen, das eigene Erkenntnis- und Veränderungsinteresse und der so bestimmte Wissenschaftsgegenstand müssen neu in den Mittelpunkt gerückt werden, um gesellschaftlich verantwortliche und bereichernde Bildung und Wissenschaft zu ermöglichen. Dafür ist
eine echte Studienreform dringend erforderlich.
Der „dies academicus“ bietet die Gelegenheit, die solidarisch die Kritik am Bologna-Prozeß und den gegenwärtigen Studienbedingungen und -inhalten zu vertiefen, Vorschläge für eine echte Reform offen zu diskutieren und so gemeinsam auf den weiteren Prozeß Einfluß zu nehmen.“

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